Ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Vom 16. bis 21. Juli habe ich im Rahmen des Studien- und Dialogprogramms f├╝r die Junge Gruppe der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag gemeinsam mit Vertretern des Bundesvorstands der Jungen Union Israel und im Anschluss Jordanien besucht. Danach ging es f├╝r mich vom 22. bis 26. Juli als zust├Ąndiger L├Ąnderberichterstatter meiner Fraktion im Europaausschuss des Deutschen Bundestages noch weiter nach Armenien.

Die Tage in Israel standen unter dem Motto ÔÇ×70 Jahre und kein bisschen leise ÔÇô Israel im Jahr 2018ÔÇť und f├╝hrten mich unter anderem nach Tel Aviv, Jerusalem und in den Negev. Inhaltlich haben wir uns unter anderem mit der aktuellen politischen Lage in Israel besch├Ąftigt. Deutschland und Israel sind historisch, wirtschaftlich und durch zahlreiche gemeinsame Interessen eng miteinander verbunden. Als CDU/CSU-Bundestagsfraktion stehen wir an der Seite unserer israelischen Freunde und setzen uns f├╝r das friedliche Zusammenleben und die Auss├Âhnung zwischen Israelis und Pal├Ąstinensern im Rahmen einer Zwei-Staaten-L├Âsung ein.Als CDU/CSU-Bundestagsfraktion stehen wir an der Seite unserer israelischen Freunde. Gleichzeitig setzen wir uns f├╝r eine nachhaltige Auss├Âhnung mit den Pal├Ąstinensern im Rahmen einer Zwei-Staaten-L├Âsung ein: f├╝r zwei V├Âlker mit einem friedlichen Zusammenleben Seite an Seite in einem j├╝disch-demokratischen Staat Israel und in einem souver├Ąnen, demokratischen pal├Ąstinensischen Staat.

Da die Gegenwart ohne Kenntnis der Vergangenheit unverst├Ąndlich bleiben muss und eine L├Âsung gegenw├Ąrtiger Probleme ohne die Ber├╝cksichtigung historischer Entwicklungen nahezu unm├Âglich ist, bin ich froh, dass wir auch Gelegenheit hatten, uns mit der Geschichte des israelischen Staates und seiner Menschen auseinanderzusetzen. So blieb neben vielen politischen Terminen und Gespr├Ąchen auch etwas Zeit f├╝r den Besuch der Wohnst├Ątte David Ben Gurions in Sde Boker und des dortigen Ben-Gurion-Archivs. Feierlicher H├Âhepunkt war die Kranzniederlegung durch die Vorsitzenden der JU und der Jungen Gruppe am Grab von Pola und David Ben Gurion sowie der Besuch des Philipp-Mi├čfelder-Waldes in Lehawim.

Auch w├Ąhrend der Tage in Jerusalem begleiteten uns die Geschichte und Gegenwart Israels auf Schritt und Tritt: Vor mehreren Expertengespr├Ąchen zur Situation in Gaza und den Pal├Ąstinensischen Gebieten, zu Sicherheitsbedrohungen durch den pal├Ąstinensischen Terrorismus und den Implikationen einer Zwei-Staaten-L├Âsung standen ein Gang zum Paulushaus und eine Altstadtf├╝hrung auf dem Programm. Nach einem Besuch der Holocaust-Gedenkst├Ątte Yad Vashem und einer Kranzniederlegung in der Hall of Remembrance zum Gedenken an die Millionen j├╝discher Opfer des Nationalsozialismus hatten wir Gelegenheit zu einem Gespr├Ąch mit dem israelischen Ministerpr├Ąsidenten Benjamin Netanyahu sowie zum Austausch mit israelischen Nachwuchspolitikern.

Bei alldem kamen auch wirtschaftliche Fragen nicht zu kurz: Israel als Innovation Nation und Land der Ideen, die Start-Up Nation Israel, die politischen Rahmenbedingungen f├╝r Gr├╝nder und Investoren in Israel sowie Synergieeffekte auf dem Gebiet der Hochtechnologie zwischen deutschen und israelischen Unternehmen standen im Mittelpunkt mehrerer Vortr├Ąge hochrangiger Experten aus Wirtschaft und Politik.

Von Israel ging es weiter zu einem Kurzbesuch am 20./21. Juli nach Jordanien. Auch mit Jordanien teilen wir gemeinsame Interessen, insbesondere was die Stabilit├Ąt in der Konfliktregion Naher Osten anbelangt. Im Fl├╝chtlingslager Zaatari direkt an der syrisch-jordanischen Grenze konnten wir uns in Gespr├Ąchen mit Fl├╝chtlingen ein Bild von deren Situation machen. Mit 80.000 Menschen ist Zaatari das gr├Â├čte Fl├╝chtlingslager Jordaniens und gilt als die viertgr├Â├čte Stadt des Landes ÔÇô fast 60 Prozent der Bewohner sind unter 24 Jahre alt. Hier haben wir Gespr├Ąche mit Vertretern des UN-Fl├╝chtlingshilfswerks UNHCR, des World Food Programme und des Kinderhilfswerk UNICEF gef├╝hrt. Das Engagement der Helfer dort ist auch f├╝r uns in Deutschland von zentraler Bedeutung, da es den Fl├╝chtlingen dort eine Perspektive gibt.

Beim Besuch des jordanischen Luftwaffenst├╝tzpunktes haben wir mit Soldaten im deutschen Lager zu Mittag gegessen und uns ├╝ber den Einsatz der dort stationierten Tornados informiert. Die syrische Fl├╝chtlingskrise und deren Auswirkungen auf Deutschland standen auch im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde, die den Abschluss unseres kurzen Aufenthalts in Jordanien bildete. Bei Gespr├Ąchen mit jordanischen NGOs, Unternehmern und B├╝rgern hat mich sehr beeindruckt, dass unter den Gespr├Ąchspartnern viele gut ausgebildete Frauen waren, die sich f├╝r die Zukunft ihres Landes stark machen.

Von Jordanien ging es f├╝r mich weiter nach Armenien. Armenien ist f├╝r uns Deutsche ein Land, mit dem uns nicht nur kulturell und historisch viel verbindet. Aufgrund von gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen und wegen seiner geographischen Lage in Vorderasien sind enge deutsch-armenische Beziehungen f├╝r beide Seiten von gro├čem Wert.

Ich habe in Armenien viele Gespr├Ąche gef├╝hrt ÔÇô unter anderem mit dem Vorsitzenden des Ausw├Ąrtigen Ausschusses der Nationalversammlung Armen Ashotyan und dem stellvertretenden Au├čenminister der Republik Armenien┬áKaren Nazaryan ÔÇô und viele neue Eindr├╝cke gewonnen. Auch viele Deutsche habe ich in Armenien getroffen; den deutschen Botschafter in Armenien Matthias Kiesler, Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung, Mitarbeiter von Goethe-Institut und DAAD, deutsche Unternehmer und Sch├╝ler des Internationalen Internat UWC Dilijan College. Abseits der politischen Programmpunkte habe ich in den vier Tagen meines Aufenthaltes einen ersten Eindruck von Land und Leuten gewonnen: etwa beim Besuch der kinderonkologischen Abteilung des Uniklinikums in Jerewan oder bbei Gespr├Ąchen mit Kirchenvertretern sowie Vertretern der Zivilgesellschaft und Journalisten. Dass Armenien reich an Kultursch├Ątzen ist, durfte ich auch bei meinem Besuch des Mesrop-Maschtoz-Instituts f├╝r alte Manuskripte (Matenadaran) erfahren, f├╝r dessen Besuch zwischen den vielen politischen Terminen im straffen Terminplan etwas Zeit blieb. Als passionierter Fu├čballer habe ich mich auch ├╝ber die M├Âglichkeit gefreut, den armenischen Fu├čballverband zu besuchen.

Fotos: Charles Yacoub